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Kaloža-Kirche, Kaloža-Park
WO ICH MICH WOHLFÜHLE

Meine erste Bekanntschaft mit diesem Ort geschah zufällig, aber danach wurde er für mich der einzige Ort in Hrodna, an dem ich allein mit meinen Gedanken und Gefühlen sein kann, weit ab von dem lauten, rasanten, hektischen Straßenleben unserer Stadt. Die Kirche liegt im Kaloža-Park und ist zu erkennen, wenn man über die alte Brücke über den Njoman fährt. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und trägt den Namen der zwei Fürsten Boris und Gleb.

Es war ein besonderer Tag in meinem Leben in Hrodna. Wie gewöhnlich wachte ich um sieben Uhr auf, die erfrischende Dusche gab mir viel Kraft für den nun kommenden Tag und mein Frühstück war sehr lecker und, natürlich, gesund. Auf dem Weg zur Uni hörte ich per Kopfhörer meine Lieblingsmusik. Alles war wie immer, wie jeden Tag und ich dachte nicht, dass der Abend etwas Besonderes für mich bereithielt.
Nach einem anstrengenden Unterrichtstag beschloss ich, mich ein wenig zu entspannen. Das angenehme Wetter und der reine blaue Himmel mit der bunten lustigen Sonne versprachen mir, dass ich heute einen besonders schönen Spaziergang machen konnte. Ich bummelte durch die Stadt, ich sah müde Leute im Straßenverkehr. Alles fand ich so alltäglich und grau. Etwas fehllte mir. Ich ging die vul. Saveckaja („Sowjet-Straße“, die Fußgängerzone in der Innenstadt) entlang und schaute mir die Schaufenster an. Und schließlich führte mich mein Weg an einen Ort, an dem ich mich wohlfühlen konnte…
Im Park fand ich eine bequeme Bank und wollte mich hinsetzen, aber es begann zu regnen. Ich hatte leider keinen Regenschirm dabei. Und einer der Orte, an dem ich mich vor dem Regen verstecken konnte, war ein Gebäude, das ich nicht sofort zwischen den Bäumen bemerkt hatte. Als ich mich diesem Gebäude näherte, erkannte ich die bekannte Kaloža-Kirche.
Vom ersten Augenblick an zog sie mich mit ihrer Größe und gleichzeitig mit ihrer Bescheidenheit an. Ich spürte, dass sie mich schützen konnte… aber nicht nur vor dem Regen. Ihre mächtigen Wände sahen wie eine wirkliche Festung aus, doch ich fühlte die Heiligkeit und die Schlichtheit, ja sogar die Abgeschiedenheit dieses Ortes. Die Kirche selbst steht direkt am hohen Ufer des Flusses Njoman und es scheint, dass sie über die ganze Stadt herrscht. Doch in meinen Gedanken entstand sofort ein anderes Bild, nämlich als ob eine alte einsame Frau ihr ganzes Leben auf jemanden wartet. Die Atmosphäre in der Kirche war geheimnisvoll und ich tauchte in eine ganz andere Welt ein, eine Welt ohne Lüge und Heuchelei, eine ruhige und sorglose Welt. Die Ikonen und die brennenden Kerzen strahlten seelische Wärme und Liebe aus. In der Kirche fühlte ich mich so beschützt wie in meinem Elternhaus, wo ich immer ein gern gesehener Gast bin. In der Kirche spürte ich, als ob mich niemand stören könnte. Ich blieb „unter vier Augen“ mit mir selbst, mit meinen Emotionen, mit meinen Taten, mit meinen Worten und Gedanken. Und gleichzeitig verstand ich, dass mir diese Wände und diese hellen Ikonen beistanden. Sie dachten mit mir zusammen nach und halfen mir, eine Lösung zu finden.
Unter diesen mächtigen und doch sehr zarten Wänden, die mitten im Herzen meiner geliebten Stadt Hrodna liegen, existiert eine kleine Welt der Liebe und des Frieden.

Viyaleta Zheshka
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