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Eine Sehenswürdigkeit in Ščučyn
DER PALAST DER DRUCKI-LJUBECKIS

Die unwahrscheinlichsten Wunder befinden sich oft nebenan. Manchmal brauchen wir gar nicht in ferne Länder zu reisen, um etwas Schönes zu finden. So zum Beispiel der Palast der Adelsfamilie Drucki-Ljubecki in Ščučyn. Seine Geschichte birgt viele Rätsel und Geheimnisse. Sehr lange Zeit war umstritten, wann dieser Palast entstand. Heute wissen wir, dass der Palast in Ščučyn 1900 von dem Wilnaer Baumeister Tadevuš Rastvaroŭski (blr. Тадэвуш Раствароўскі, 1860-1928) erbaut wurde. Heute ist das Anwesen mitten im Herzen von Ščučyn leider sehr baufällig. Die Rekonstruktion des Architekturdenkmals nahm viel Zeit in Anspruch. Von außen wurde der Palast im Jahre 2012 vollständig restauriert. Die Rekonstruktion innen ist noch im Prozess. Im Inneren plant man den Palast – angeblich – bis 2016 zu restaurieren (
Quelle).
Aber zu Beginn ein paar Wörter über die Stadt Ščučyn und darüber, wo sie sich befindet. Diese schöne und malerische Stadt liegt 70 Kilometer östlich von Hrodna. Wenig bevölkert (etwa 15000 Einwohner) wurde sie 1962 zur Stadt erhoben. Der Name der Stadt geht der Legende nach auf den Familiennamen des Gründers der Siedlung, Ščuki (blr. Шчукі), zurück. Zum ersten Mal wurde die Stadt in schriftlichen Quellen im Jahre 1487 erwähnt. Die Stadt Ščučyn wechselte oft ihre Besitzer, sie gehörte den Radzivils, den Scipio (blr. Сцыпіёны), den Drucki-Ljubecki.
Im 18. Jahrhundert ging Ščučyn in den Besitz des Hofmarschalls Scipio de Campo über. Mit dem Fürstengeschlecht von Scipio ist auch die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt – der Palast – verbunden. Das ist ein Baudenkmal aus dem 19. Jahrhundert, das im Barock- und Klassizismusstil gebaut wurde. Der Palast befindet sich im nördlichen Teil der Stadt, dessen Territorium nach dem Krieg als „Militärstädtchen“ diente und ziemlich dicht bebaut wurde. Der Palast liegt an malerischer Stelle am Ufer eines Sees und ist von einem Park und zahlreichen wirtschaftlichen Bebauungen umgeben.
Bis zum Bau des Palastes befand sich hier der Hof von Scipio (die Scipios waren ein Adelsgeschlecht, Großadelige, d. h. Magnaten im Großfürstentum Litauen in der Mitte des 18. Jahrhunderts). Außer dem ersten Hof wurden auch ein Krankenhaus, ein Jesuitenkollegium und eine Reihe von Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden errichtet. Der alte Hof von Scipio befand sich ungefähr dort, wo der Palast mit der Hauptfassade nach Westen ausgerichtet sein sollte. Man darf aber nicht leugnen, dass die Veränderungen im Gut Ščučyn geschahen, aber sie trugen aller Wahrscheinlichkeit nach den Wirtschaftscharakter und wurden vom Verwalter durchgeführt, der wahrscheinlich in einem alten Haus von Sсipio lebte. 1892 beschloss Fürst Uladzislaŭ Drucki-Ljubecki den Bau der Residenz in Ščučyn. Aus bisher ungeklärten Gründen verlief der Bau sehr langsam. Vielleicht lag es daran, dass der Fürst krank war. Nachdem Tod von Fürst Uladzislaŭ im Jahre 1913 war seine Familie nicht bereit, den Bau fortzusetzen. Der Palast selber wurde während des Ersten Weltkrieges stark beschädigt. Offenbar konnte der Bau des Palastes erst nach der Rückkehr des letzten Besitzers von Ščučyn, Fürst Jan aus dem Militärdienst, ungefähr 1921, fortgesetzt werden.
Das zweistöckige Gebäude des Palastes war sehr kompakt. Der zentrale Teil des Palastes befand sich in einer breiten Loggia. Die zweistöckige Steinresidenz war ein breites Rechteck auf einem hohen Steinsockel. Porträts und andere Gemälde schmückten die Räume. Der lange Speisesaal, dessen Wände mit den Porträts der Könige geschmückt waren und wo in den Anrichten das Familiensilber und das französische Porzellan aufbewahrt wurde, nahm fast den ganzen rechten Teil der Parkfassade ein. Die Wohnzimmer hatten eine sehr moderne Einrichtung. Der Bau des „Militärstädtchens“ („Militärstädtchen“ bedeutet Kasernenbereich oder Kasernenkomplex, oder auch Militärsiedlung) nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Territorium des Gutes und vor allem der Anbau zum Palast veränderten das Architekturensemble wesentlich.
Die Fürsten Drucki-Ljubeckis besaßen das Gebäude bis 1939. In der Sowjetzeit befand sich im Palast von Scipio das Haus der Offiziere. Zur gleichen Zeit hatte hier ein großer Luftstützpunkt seinen Sitz.

Die Stadt Ščučyn kann man mit mit dem Auto, mit dem Bus oder mit dem Zug erreichen. Der Tourist, der einen Ausflug nach Ščučyn machen möchte, wird kein Problem mit der Übernachtungsmöglichkeit haben. Im Stadtzentrum befinden sich in einem historischen Gebäuden ein kleines Hotel. Die kleine Pause während des Ausfluges kann man in einer Kaffeehaus-Galerie (Kaffeehaus-Galerie ist Bezeichnung für ein Café, in dem Zeitungen, Spiele, Bilder u. a. bereitgestellt werden und Gäste länger verweilen) machen, wo die Arbeiten von Fotografen und Malern aus der Region ausgestellt werden.

Viktoriya Hudach
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