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Dzevjatoŭka
DER FILM „BELYE ROSY“, GEDREHT IN HRODNA

Als ich zum ersten Mal den bekannten Film des Regisseurs Igor Dobroljubov, Belye Rosy, gesehen habe, hat mir dieser Film sehr gefallen. Vielleicht ist es die bekannteste und beliebteste belarussische Filmkomödie. Wenn es um die „berüchtigte“ Mentalität der Belarussen geht, erinnere ich mich immer an den Protagonisten dieses Meisterwerkes.
In Belarus ist der Film den meisten gut bekannt. Seine Handlung spielt in der Stadt Hrodna und zwar in einem kleinen Dorf, das dadurch im ganzen Land berühmt geworden ist. Als Kulisse für dieses Dorf, Belye Rosy, wurde ein echtes belarussisches Dorf gewählt, das infolge des Wachsens der Stadt eingemeindet und zu einem neuem Stadtteil wurde. In der Wirklichkeit heißt das heutige Stadtviertel Dzevjatoŭka (blr. Дзевятоўка; russ. Девятовка). Es existierte unter dem Namen „Belye Rosy“ nur zwei Monate, solange wie die Dreharbeiten dauerten. Aber dieser zarte poetische Name – „Belye Rosy“ bedeutet „Weißer Tau“ – ist nicht für immer verschwunden – das beweisen vielfältige Geschäfte und Restaurants, und sogar eine Straße trägt heute diesen Namen.
Es ist kompliziert die Bedeutung des Namens „Belye Rosy“ zu erklären. Da gab es eine Szene im Film, wo die Protagonisten, Fedos und Timofej, die Geschichte des Dorfes den kleinen Kindern erzählten. „Rosy“, erklärte Phedos, „bedeutet die Menschen, die auf der Rus lebten. Und belye bedeutet treu“. Aber Timofej, die andere Hauptfigur, kannte eine andere Version der Geschichte. „Neben dem Dorf befindet sich ein See und da gibt es eine Wiese. Und in aller Frühe schlägt sich Tau nieder. Der Tau ist weiß wie Milch“. Deswegen entsteht eine Schwierigkeit bei der Definition des Namens „Belye Rosy“.
Der Film von 1983 zeigt uns das Leben der Menschen in den 1980er Jahren in Belarus, nämlich in den kleinen Dörfern. Ironisch werden im Film wichtige Fragen betrachtet: Familienbeziehung, Liebe zum Ehepartner, zu den Eltern, zu den Kindern, zur Heimat und zum Leben.
Der Protagonist Fedos, der drei Söhne hat, denkt, dass seine Kinder keine richtige Vorstellung von der Familie und dem Leben haben. Deswegen leiden sie.
Der älteste Sohn Andrej lebt vernunftgemäß, er strebt nach Profit. Für den mittleren Sohn Aleksandr rangiert Geld an erster Stelle. Und der jüngste Sohn Vasjka ist lustig und gutmütig. Er ist zu leichtsinnig. Er lebt nach Emotionen.
Das Urbild von Belye Rosy ist bis heute nicht erreicht, aber im Unterschied zu den meisten Dörfern, die von den Städten vereinnahmt werden, hat es seine Individualität bewahrt.
Für mich persönlich ist dieses Thema sehr nah und dafür gibt es einige Gründe. Ich habe drei Jahre in einem Haus, das sich im Bezirk Dzevjatoŭka und zwar auf der Straße „Belye Rosy“ befindet, gelebt. Obwohl das berühmte Dorf ziemlich weit von jenem Haus liegt, ging ich immer sehr gerne spazieren durch die Straßen unseres Stadtviertels, und erinnerte mich oft an die Episoden aus dem Film. Manchmal versuchte ich die Häuser und die Bäume an den noch stehenden Gebäuden des Dorfes zu finden. Nach dem Drehbuch von Belye Rosy sollten die Häuser abgerissen werden, aber in Wirklichkeitstanden einige Häuser noch bis 2012 an Ort und Stelle. Heutzutage ist es problematisch das Dorf aus dem Film zu erkennen: Neue Häuser, neue Besitzer. Das Dzevjatoŭka von heute ist kein Dorf. Es sind uns keine alten Häuser geblieben. An der Stelle, wo laut Drehbuch eine Hochzeit stattfand, befindet sich jetzt ein Hochhaus. Und auch der Baum mit einem Storchennest, der Lieblingsort des Protagonisten Vasjka, ist schon vertrocknet. Heute hat sich die Landschaft bis zur Unkenntlichkeit geändert. Hier ist eine Trasse gebaut worden, um zwei Straßen miteinander zu verbinden.
Ich vermisse jene Häuschen, die ich in meiner Kindheit gesehen habe, als ich durch Dzevjatoŭka spazieren ging. Ich denke, es wäre besser, wenn man diesen Ort als Sehenswürdigkeit der Stadt Hrodna aufrecht erhalten hätte, als einen Ort, wo ein kleines Dorf  der Stadt widerstand und bis heute Widerstand leistet.
Ein weiterer Grund liegt darin, dass mein Vater am Film teilnahm. Ich habe vor kurzem davon erfahren, als ich und meine Eltern zusammen den Film nochmals gesehen haben. Für mich war das eine echte Überraschung, zuerst aber, dann hat sich diese erste Emotion in Misstrauen verwandelt. Ich fragte sie, warum sie mir früher nichts gesagt haben. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Es stellte sich heraus, dass mein Vater mit seinen Freunden in einer Massenszene mitgespielt hat. Leider habe ich ihn in dieser Massenszene nicht gefunden. Vielleicht wurde diese Szene aus dem Film herausgeschnitten.
Mein Vater ist heute 53 Jahre alt (geboren 1963) und meine Mutter 44 (geboren am 1971) und sie erinnern sich bis jetzt an das Jahr 1983, als dieser für meine Familie bedeutende Film gedreht wurde. Sie erzählen Witze über den Film, über die Ereignisse während der Dreharbeiten. Obwohl mein Vater in diesem Film keine Hauptrolle spielte, weiß ich genau, dass dieser Film für meine Familie eine große Rolle spielte (besonders der Inhalt).
Der Film über das Dorf Belye Rosy ist wie eine Hymne auf alle Dörfer, die dem Druck der Städte nicht standhielten.

Hanna Pjatushak
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