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Vercjališki – Indura – Adelsk – Hoža
UNTERWEGS DURCH DEN RAJON HRODNA

Einige interessante Ortschaften in der Region um Hrodna sind Indura (ca. 25 km südlich von Hrodna, auf der Trasse nach Brest), Adelsk (ca. 35 km südwestlich von Hrodna), Vercjališki (auf halber Strecke nach Azjory) und Hoža (ca. 18 km nördlich von Hrodna auf der Trasse zur litauischen Grenze/Druskininkai).


Vercjalíški (blr. Верцялішкі; russ. Вертелишки) ist seit dem 14. Jahrhundert als Familiensitz des Hrodnaer Kastellans Davyd von Hrodna (blr. Давыд Гарадзенскі) bekannt und wurde 1324 vermutlich von den Kreuzfahrern verwüstet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt 1506. Laut eines Dokumentes richtete die polnische Königin Bona Sforza hier 1559 einen Königshof ein. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde im Dorf eine neue orthodoxe Steinkirche errichtet.  In Vercjališki kann man die orthodoxe Aleksandr-Nevskij-Kirche (1854) sowie die Überreste eines ehemaligen Gutshofes einschl. Park (19. Jh.) besichtigen.


(Indura: Zwei Kirchen und eine heruntergekommene Synagoge – Burgwall)

In Indúra (blr. Індура; russ. Индура)  stehen, wie vielerorts in Belarus und insbesondere im Hrodnaer Gebiet, eine katholische Kirche – die Dreifaltigkeitskirche (1825; Klassizismus; hierzu gehört ein Beinhaus), eine orthodoxe Kirche – die Aleksandr-Nevskij-Kirche (1881) – und auch eine leider heute verfallene Synagoge (1885) oder vielmehr was davon noch übrig ist: Ein Steingebäude mit verbarrikadierten Fenstern, durch die man allerdings teilweise einsteigen kann; im Inneren stapeln sich Schutt, Steine und Geröll. Zur Synagoge gehört ein weiterer Steinbau, der einst der jüdischen Gemeinde als Mikwe oder Gemeinschaftsbad gedient haben mag. Am südwestlichen Stadtrand befindet sich der ehemalige jüdische Friedhof, erkennbar an den vielen Grabsteinen, die aus dem Gras hervorlugen. Auch ein Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert kann man in Indura vorfinden. Etwas außerhalb des eigentlichen Ortskerns befinden sich die Überreste des Burgwalls eines ehemaligen Gehöftes.

An die Nord- und Südfassade der 1825 errichteten katholischen Dreifaltigkeitskirche wurde von 1901 bis 1904 ein Gebäudeteil hinzugefügt, in dem sich das Querschiff, die Apsis und die Sakristeien gleichermaßen befinden. Die dreischiffige Kirche hat ein niedriges Walmdach und besteht aus einem breiten Querschiff, einer kleinen halbreisförmigen Apsis mit Anbauten an den Seiten und zwei unterschiedlich großen Türmen. Die Hauptfassade hat ein mächtiges Vier-Säulen-Portal mit Attika und einer großen halbkreisförmigen Öffnung. Die großen halbkreisförmigen Fenster haben feine Fensterverkleidungen. Im Kirchenschiff gibt es ein Kreuzgewölbe, im Querschiff ist das Gewölbe etwas flacher. Die Wände sind gegliedert mit Pilastern. In der Apsis und an der Ostwand des Querschiffes stehen drei im klassizistischen Stile gestaltete Altäre.

Der Burgwall, der  ungefähr auf das 11. bis 13. Jahrhundert datiert wird, befindet sich am nordwestlichen Stadtrand auf einer Anhöhe; daher lohnt es sich einmal ‚hinaufzukraxeln‘ und den Ausblick auf die Umgebung zu genießen. Er besteht aus zwei Flächen, einer inneren (Durchmesser ca. 16 – 18 m, Höhe ca. zwei Meter), die durch einen Wall befestigt ist (dahinter hatte es einst einen Wall gegeben) und einer äußeren (Umfang ca. 45 x 48 m, ebenfalls von einem Wall umgeben mit einer Höhe von bis zu drei Metern). Im südwestlichen Bereich, zwischen der inneren und der äußeren Fläche ist ein kleinerer Wall zu erkennen (Höhe ca. ein Meter). Auf der Nordseite gibt es zwei Einfahrten/Eingänge, auf der Nordwestseite eine Einfahrt/Eingang, in deren Nähe sich eine Grube mit einem Durchmesser von ca. zwölf Metern befindet (offenbar die Überreste eines Brunnens). Der Burgwall wurde im 19. Jahrhundert entdeckt. Bei Untersuchungen Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Arbeitswerkzeuge, Teller von Kriegerausrüstungen, Alltagsgegenstände, Kleidung, Reste von Keramikschmuck, Getreide, Knochen von Haus- und wilden Tieren entdeckt.


Adélsk (blr. Адэльск; russ. Оделськ) (Grenzgebiet) hat noch Züge einer bäuerlichen Siedlung in der Art einer „Okolica“ bewahrt und wird oft als Hrodnaer Kamtschatka bezeichnet. Hier steht eine katholische Kirche aus Holz, ein Paradebeispiel für frühe Holzarchitektur in Belarus, die Himmelfahrtskirche [костел Вознесения Девы Марии] (Mitte 18. Jh.; Umbau 1898; Barock). Es handelt sich um eine dreischiffige Basilika mit Querschiff und fünfseitiger Apsis sowie zwei Seitensakristeien. Das Mittelschiff und die gleich breite Apsis enden mit einem gemeinsamen hohen Walmdach. Auch im Innenraum der Kirche bildet das Mittelschiff die architektonische Dominante des Gebäudes, das von den Seitenschiffen durch hohe Arkaden auf fünf Säulenpaaren begrenzt ist. Über dem hohen Narthex auf zwei Säulen befindet sich die Galerie der Chöre mit der Orgel. Die Schiffe enden mit kunstvoll  gestalteten Holzaltären (18. Jh.; Rokoko). Die Pilaster und Kolonaden haben Gebälk, auf denen sich die Figurengiebel mit den Seitenvoluten, Putten und dekorativen Vasen erheben. Die Altäre schmücken Gemälde aus dem 18. Jahrhundert. Vor der Kirche gibt es ein Drei-Bogen-Tor und einen zweigliedrigen Kirchenturm mit Zeltdach aus Bruchstein.


Hóža (blr./russ. Гожа), direkt zwischen Hrodna und der litauischen Grenze (Druskininkai), liegt am Fluss Hažanka, an der Mündung in den Njoman. Einzige Sehenswürdigkeit ist die katholische Peter- und Pauls-Kirche [костел св. Петра и Павла] (1862 – 1865; Neogotik) in der Ortsmitte.

Die rechteckige, dreischiffige Kirche aus Bruchstein hat zwei Glockentürme mit Zeltdächern an der Hauptfassade, die eigentliche Kirche endet mit einem Giebeldach, der Altarbereich mit einem Walmdach. Die flachen Wände sind mit Spitzbogenfenstern durchschnitten und mit halbrunden Nischen, Pilastern, Karniesen geschmückt. Im .Inneren unterteilen sechs Säulen das Gotteshaus in drei Schiffe, das Mittelschiff ist doppelt so breit wie die beiden Seitenschiffe. Auch im Inneren sind die Wände mit Pilastern dekoriert.
Hoža ist bei Hrodnaern auch als Datschensiedlung beliebt.

André Böhm
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