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Kaloža-Kirche
EIN ORT DES FRIEDENS UND DER BESINNLICHKEIT

Hrodna… eine  einzigartige, geheimnisvolle, altertümliche und lebendige Stadt. Es ist eine Stadt, die jeden Touristen mit ihrer Schönheit fasziniert und mit alten und gemütlichen Gässchen lockt. Obwohl ich nicht aus Hrodna stamme, habe ich mich auf den ersten Blick in diesen Ort verliebt. Ich atme diese besondere Atmosphäre ein und spüre, dass Hrodna ein Stück meines Selbst ist.
Ich kam 2009 nach Hrodna. Ehrlich gesagt, fühlte ich mich unwohl und einsam. Die fremden Menschen, die unbekannten Straßen und das ständige Gelaufe erschraken mich. Ich hatte bis dahin mein Leben im Dorf verbracht, wo es still und ruhig ist, wo jeder jeden kennt und wo man mit der Natur ein einheitliches Ganzes sein konnte. Ich suchte etwas Ähnliches in der Stadt – und fand es! Eines Tages, als ich durch die Stadt bummelte, stieß ich auf einen wunderbaren Platz. Es war der Kaloža-Park. Ich saß auf einer kleinen Bank, dachte an mein Studium, meine Mutter, die ich sehr vermisste, und an meine Zukunft. Der Park ist ein wunderbarer Ort für bedächtige Spaziergänge, wo jeder das Rad der Zeit empfinden kann. Ich beobachtete Passanten, die hin und her gingen, hörte das Vogelgezwitscher, stieg zum Ufer des Njoman herunter, weidete mich an dem Lauf des Wassers und hatte den Eindruck, dass ich zu Hause war. Dieses Gefühl beschwingte mich. Manchmal schien es mir, dass der Kaloža-Park einem nachdenklichen Greise ähnlich sei. Seine Stille, Größe und das Geheimnisvolle, die üppigen jahrhundertelangen Baumkronen bewahren etwas, regen zum Nachdenken an, befrieden.
Aber ich mache diese Spaziergänge nicht nur aus diesem Grunde. In der Tiefe des Parks  befindet sich eine Kirche, die die Perle der belarussischen Kultur und eines der ältesten Gotteshäuser unseres Landes ist. Es ist die Boris- und Gleb-Kirche oder einfach Kaloža-Kirche. Sie stammt aus dem zwölften Jahrhundert und hat keine Analogie in der altrussischen Baukunst. Leider wandelte sich im Laufe der Zeit mehrmals ihr Aussehen. Da sich die Kirche am steilen Ufer des Flusses befindet, wurden ihre Süd- und Westwand am 2. April 1853 durch einen Erdrutsch zerstört. In den Jahren danach wurde die Kirche wiederaufgebaut. Auf großes Interesse bei den Besuchern stoßen der Majolikafußboden aus bunten Fliesen und die eingemauerten „Golosniki“ (in die Innenwand eingebaute Tongefäße), die der Verbesserung der Akustik dienen. Durch diese „Golosniki“ ist ein geflüstertes Wort auch in der anderen Ecke der Kirche zu hören. Wegen der Tongefäße wurde die Kirche von innen nicht mit Fresken bemalt.
Einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen auch die Wände aus Granitsteinen und Steingutfliesen unterschiedlicher Formen, die ein einzigartiges Ornament aus geometrischen Figuren und Kreuzen schaffen. Das Gotteshaus wurde wegen der wundertätigen Ikone der Gottesmutter Maria berühmt, die den Kranken zur Genesung verhalf. Am Vorabend der Oktoberrevolution (1917) wurde die Ikone nach Russland gebracht, wo sie verlorenging. Seit vielen Jahren versuchen die Stadtverwaltung und die Diözese, die Ikone wiederzufinden, was jedoch bisher nicht gelang. Gegenwärtig befinden sich drei Kopien der Ikone in der Kirche.
Die Kirche spielt zusammen mit dem Park in meinem Leben eine große Rolle. Dort fand ich Ruhe und Zufriedenheit. Man kann sagen, dass ich mich dort selbst fand. Mit diesem Ort ist auch einer der wichtigsten Tage meines Lebens verbunden – meine Hochzeit! Alle Fotos, die dort gemacht wurden, sind außerordentlich schön, hell und voller Zärtlichkeit! Dieser paradiesische Ort hat mein Herz ein für allemal gestohlen!!!

Kseniya Filon


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