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Eine kleine Geschiche der Prostitution
EIN (MUTMASSLICH) EHEMALIGES BORDELL IM ZENTRUM HRODNAS

Ich meine, dass das Gebäude (Adresse: vul. Paŭloŭskaha 11, Stadtzentrum) seine eigene Geschichte hat. Mir gefällt, dass es nicht groß ist (nur zwei Stockwerke) und alt ist (vermutlich gebaut 1901 oder 1902). Dieses Gebäude hat den zweiten Weltkrieg überlebt und das macht es interessant für mich. Die orangefarbenen Ziegelsteine machen das Haus noch älter, noch trauriger und etwas gruselig. Es gibt hier nur zwei Balkone. Das ganze Haus hat gerade Linien und nur ein Rundbogen unterscheidet sich davon und setzt gewisse Akzente. Das Dach ist aus schwarzen Ziegeln.

Aus der Geschichte

Nach den Forschungen von Hrodnoer Historikern war in diesem Gebäude ein Bordell untergebracht (
Quelle). Die Besitzer der Bordelle in Hrodna waren in der Regel jüdische Kleinbürger. Die Prostituierten waren meist Katholikinnen aus Belarus.
Die Prostituierten gaben in der Miliz ihre Pässe ab und bekamen stattdessen Karten, im Volksmund „gelbe Karte“ genannt (aufgrund der gelben Farbe). Das war eine Art Passersatz, die es erlaubte, legal dem ältesten Gewerbe der Welt nachzugehen. Nach den damaligen Gesetzen mussten die Prostituierten zwei Mal pro Woche einen Arzt aufsuchen, ebenso oft in die „Banja“ (Schwitzbad/Dampfbad, das früher auch zur Körperreinigung besucht wurde). Sie mussten mindestens 16 (!!) Jahre alt sein und waren verpflichtet, ihre intimen Körperteile vor und nach jedem Körperkontakt mit kaltem (!) Wasser zu waschen. So versuchte der Staat, die Bevölkerung vor der im 19. Jahrhundert weitverbreiteten Syphilis zu schützen.
Während des Ersten Weltkrieges waren alle Freudenhäuser geschlossen. Aber nach der Niederlage des Deutschen Kaiserreichs und der Bildung der zweiten polnischen Republik (Rzeczpospolita; Hrodna gehörte in der Zwischenkriegszeit zu Polen) nahmen Bordelle auch im neuen polnischen Staat wieder ihre Stelle ein.
Nachdem Hrodna 1939 an die UdSSR ging, begaben sich die Prostituierten in den Untergrund. Prostitution gab es offiziell nicht! Prostituierte zu sein war (und ist!) äußerst demütigend, und solche Dienste in Anspruch zu nehmen entsprach nicht der offiziellen Staatsideologie (
Quelle).
Heute ist in diesem Gebäude auf der vul. Paŭloŭskaha eine Gerichtsinspektion untergebracht. Ein Teil der Räumlichkeiten ist an Baugeschäften vermietet.

Fotos von dem Gebäude findet man
hier.

Tatjana Kervjak
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