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Franz-Xaver-Kathedrale (katholisch)
BISCHOFSRESIDENZ UND EHEMALIGE JESUITENKIRCHE

Maria als Schutzpatronin der Studenten

Das Zentrum aller Katholiken der Stadt ist die Jesuitenkirche mit der Kurie (Bischofsresidenz), die Franz-Xaver-Kathedrale, die im Volksmund allgemein als „Pfarrkirche“ (russ. Фарный костёл) bezeichnet wird. Sie ist vielleicht das Wahrzeichen der Stadt, ein Komplex, der den Blick der Stadt im Wesentlichen bestimmt und ohne den Hrodna kaum vorstellbar wäre. Die Größe der im Wilnaer Barock errichteten Kathedrale ist überwältigend. Kein Wunder, es war die Blütezeit des polnischen Reiches, als politische Macht und Religion ein untrennbares Paar bildeten. Die Staatskasse konnte es sich leisten, die Gegenreformation, die voll im Gange war, zu unterstützen. Der polnische König
Stephan Báthory scheute keine Kosten, um seine Macht repräsentativ mit einem Bauwerk zu demonstrieren, das knapp 200 Jahre lang das Stadtzentrum prägen sollte.
http://www.mein-grodno.eu/pictures/i_1177986271.jpgMerkwürdig mutet die Tatsache an, dass der Einweihung dieser Kathedrale der russische Zar Peter I (Peter der Große) beiwohnte. Die Menschen in Hrodna wissen das, aber keiner beschäftigt sich mit den Einzelheiten und fragt, wieso der russische Zar, der selbst ein Orthodoxer war und damals erbittert für seinen Glauben kämpfte, solch ein Zeichen der religiösen Toleranz aussandte. Die Antwort erweist sich als verblüffend einfach. Selbstverständlich hatte er seine Prinzipien nicht aufgegeben. Es tobte der Große Nordische Krieg, u. a. zwischen Schweden und Russland, um die Vorherrschaft im Ostseeraum, und in jenen Tagen räumte der russische Oberbefehlshaber das Feld vor dem schwedischen König Karl XII. Dabei bot sich die Gelegenheit, in der Residenz des polnischen Königs August III in Hrodna einzukehren. Dieser lud den Zar zur Einweihung der Kirche ein. Ein paar Tagen später musste der russische Zar weiter ziehen.
Vor dem Hauptportal der Kathedrale, vor der vor 300 Jahen Peter I stand, befindet sich heute eine Jesus-Figur, die ein schweres Kreuz trägt. Darunter liest man die lateinischen Worte „Sursum Corda“, was „Empor die Herzen“ bedeutet. Das macht einen ermutigenden Eindruck auf die Gemeindemitglieder. Damit wird symbolisiert, dass jeder sein Kreuz tragen muss und dass man nicht aufgibt, sondern mutig mit „erhobenem Herzen“ vorangeht. Mit solch einem Gefühl steigt man die Treppe hinauf und betritt die Kirche. Jeder, der zum ersten Mal die Kathedrale betritt, ist höchst überrascht. Ihr Inneres ist beeindruckend. Die Jesuiten waren echte Meister ihres Faches. Die Aufgabe bestand darin, die Gläubigen emotional, sehr oft auf der Ebene des Unterbewusstseins, zu beeinflussen. Die Ausstattung der Kathedrale lässt den Menschen nur erahnen, wie groß und mächtig Gott ist und wie klein und schwach hingegen der Mensch.
Diese Kirche trägt den Namen Franz Xavers, der als katholischer Missionar in Indien und Japan war und den Jesuitenorden mit begründete. Seine Skulptur, die sich im Zentrum des 21 Meter hohen Altars befindet, schaut zum Himmel empor und bittet Gott um die Vergebung unserer Sünden.
Im rechten Altar befindet sich das Heiligenbild der Wundertäterin Jungfrau Maria. Sie wird in Hrodna Kongregackaja bzw. Studentenmarie genannt. Die heilige Maria ist Patronin Hrodnas, insbesondere die Schutzpatronin aller Studenten der Stadt. Da dieses Heiligenbild unaufhörlich Wunder bewirkt, versammeln sich hier viele Studenten während der Prüfungzeit, um für den Beistand im Studium zu bitten.
Draußen, beiderseits des Hautportals, stehen die Figuren der Heligen Petrus und Paulus, die scheinbar aus Beton gemacht sind. Dies war aber ein Trick hiesiger Prieser, die während der deutschen Besatzung Hrodnas (1941-1944) die hölzernen Figuren in Betonfarbe anstrichen. Auf diese Weise sind diese Figuren ihres vermuteten Gewichts wegen nicht nach Deutschland gebracht worden. Bemerkenswert ist die Uhr im linken Turm der Basilika. Es existiert die Meinung, dass diese Uhr die älteste in Europa ist, sogar älter als der Big Ben in London.

Aljaksandr Kuźmicki
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