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Strassenverkehr in Belarus
 
Strassenverkehr in Belarus
UNTERWEGS AUF BELARUSSISCHEN STRASSEN

Straßennetz und Zustand der Straßen

Belarus verfügt über ein gut ausgebautes und relativ dichtes Straßennetz mit der Hauptstadt Minsk im geographischen Zentrum des Landes. „Autobahnen“ im deutschen Sinne gibt es nicht. Die Landstraßen sind meistens in gutem Zustand (breit und gut asphaltiert), viele „Magistralen“ und Umgehungsstraßen befinden sich derzeit auch im Bau oder werden ausgebaut. Auch in den Städten braucht man keine Angst um seine Stoßdämpfer zu haben, die Zeit der Schlaglöcher ist vorbei. Lediglich in den Dörfern, insbesondere abseits größerer Trassen, ist Vorsicht geboten. Viele Dörfer erreicht man nur über Schotterstraßen. Insbesondere hier bitte vorsichtig und nicht zu schnell fahren (max. 60 km/h), da man hier oft auf unvorhergesehene Schlaglöcher stößt und durch aufgeworfenen Kies leicht Schäden im Lack und in der Windschutzscheibe entstehen können. Daher auch Abstand zu voranfahrenden Fahrzeugen halten und Busse und Traktoren, sofern möglich, in großem Bogen umfahren. Ein Sonderfall stellen LKW mit nicht ausreichend gesicherter Ladung dar – z. B. Kartoffeln oder Zuckerrüben, die gerne auch mal auf die Fahrbahn fallen können; daher empfiehlt es sich, auch solche Fahrzeuge vorausschauend zu überholen.

Vor dem Fahren

Jedes Fahrzeug muss mit einem Verbandskasten, einem Warndreieck und einem Feuerlöscher (wie man Sie auch in Deutschland günstig kaufen kann) ausgerüstet sein.

Fahrzeugpapiere immer griffbereit haben!

Wichtig, gerade für Gäste aus dem Ausland, ist, dass man als Autofahrer immer die nötigen Papiere dabei hat: Reisepass (mit Visum und ggf. Registrierung), Führerschein, Fahrzeugschein, grüne Versicherungskarte, Dokument über die vorübergehende Einfuhr. Ein internationaler (EU-)Führerschein ist nicht nötig.

Fahrkultur und Fahrverhalten in Belarus

Im Großen und Ganzen fahren die belarussischen Autofahrer relativ rücksichtsvoll (aber nicht immer vorsichtig), lassen einen gerne in den Verkehr einscheren, den Fahrstreifen wechseln u. ä.
Trotzdem ist zu schnelles Fahren ein nicht zu unterschätzendes Problem, auch in den Städten. Vorsicht geboten ist auch bei Kreisverkehren, die in Belarus, vor allem in den Städten, nicht immer ungefährlich sind. So mancher Verkehrsteilnehmer merkt erst sehr spät, dass er den Kreisverkehr eigentlich verlassen möchte und unternimmt daher ein wagemutiges Überholmanöver beim Abbiegen…
Man bedankt sich bei anderen Verkehrsteilnehmern, indem man – wie in Deutschland – ein Handzeichen gibt oder indem man für ein paar Sekunden die Warnblinkanlage einschaltet.
Ein Lichtsignal von entgegenkommenden Autofahrern bedeutet meistens: „Vorsicht! Verkehrskontrolle!“ Spätestens hier sollte man auf die vorgeschriebene Geschwindigkeit herunterschalten.

Verkehrsregeln

Dies ist auch die wichtigste Regel, die man einhalten sollte – die Geschwindigkeitsbegrenzung: In geschlossenen Ortschaften 60 km/h, außerhalb geschlossener Ortschaften 90 km/h (es sei denn anders ausgeschildert); auf „Autobahnen“ 100 km/h oder 120 km/h (ausgeschildert), Für Fahrzeuge mit Anhänger gelten 50 km/h (geschlossene Ortschaften), 70 km/h (außerhalb geschlossener Ortschaften) und 90 km/h („Autobahnen“).

Lassen Sie an Fußgängerübergängen, gekennzeichnet durch das Schild „Zebrastreifen“, Fußgänger immer passieren. Vorsicht: Relevant ist das Schild, nicht immer ist ein Fußgängerüberweg durch „Zebrastreifen“ auf der Fahrbahn kenntlich gemacht!

Das gleiche gilt beim Rechtsabbiegen! Fußgänger, die die Straße überqueren, haben stets Vorrang.

Außerdem herrscht in Belarus Anschnallpflicht, auch auf den Rücksitzen.

Das Telefonieren mit dem Handy ist strengstens verboten und nur mit einer entsprechenden Freisprechanlage erlaubt – ansonsten Bußgeld in Höhe von ca. 20 €.

Insgesamt tut man gut daran, möglichst defensiv und vorausschauend zu fahren und gar nicht erst in Versuchung zu geraten schneller zu fahren als erlaubt. Wenn Sie etwas langsamer fahren, können Sie auch viel besser das Land beobachten und die Landschaft genießen. Und zwischendurch sieht man immer mal etwas Interessantes, dessentwegen es sich anzuhalten lohnt…

Verstöße im Verkehr

Der Verkehr in Belarus wird durch die sog. Staatliche Automobilinspektion, abgekürzt GAI (russ. Государственная автомобильная инспекция/ГАИ; blr. Дзяржаўная аўтамабільная інспекцыя/ДАІ) geregelt. Verkehrskontrollen kommen relativ häufig vor, sowohl innerstädtisch als auch außerorts. Dass die „Gaischniki“, wie die Verkehrspolizisten im Volksmund heißen, es besonders auf Fahrzeugen mit ausländischem Kennzeichen abgesehen haben, ist ein Klischee, das sich durch die Erfahrung nicht bestätigen lässt. Sie sind auch meistens korrekt, überprüfen nur die Papiere, sind oft auch gesprächig, stellen harmlose Fragen in der Art wie „Was machen Sie in Belarus?“ usw. Verkehrsverstöße werden direkt vor Ort geahndet. Einen Bestechungsobulus verlangen die „Gaischniki“ nicht, und man selbst tut gut daran, angesichts der relativ niedrigen Bußgelder Schmiergeld nicht anzubieten.
Die Einhaltung der Geschwindigkeit wird in Belarus mittlerweile auch modern mit entsprechenden Messgeräten mit eingebauter Kamera kontrolliert, welche jedoch mit Schildern einige Hundert Meter vorher angekündigt werden. Halten Sie sich insbesondere hier an die vorgeschriebene Geschwindigkeit, denn Sie erfahren von Ihrem Vergehen erst bei der Ausreise an der Grenze – und dürfen das Land erst nach Begleichung des Bußgeldbetrages verlassen.

„Liegende Polizisten“

Darunter werden in Belarus umgangssprachlich Bremsschwellen im Straßenverkehr bezeichnet, die in Belarus manchmal besonders tückisch sind und ganz unerwartet plötzlich auftauchen können.

Was tun bei einem Unfall?

Unbedingt die Polizei („GAI“; Tel. 102) rufen und sich auf keine „Deals“ einlassen, dann ist man auf der sicheren Seite. Die Aufnahme eines Unfallhergangs kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. In der Regel muss der Unfallverursacher nicht nur für den Schaden am Fahrzeug des Unfallgegners aufkommen (die Schadensregulierung übernimmt ohnehin die Versicherung), sondern auch ein Bußgeld entrichten. Eventuell kann es passieren, dass der Führerschein bis zur Klärung des Vorfalls einbehalten wird.

Alkohol am Steuer

In Belarus gilt die 0,3-Promille-Grenze. Trotzdem raten wir davon ab, auch kleine Mengen von Alkohol zu konsumieren, wenn eine Autofahrt bevorsteht. Für das alkoholisierte Autofahren werden in Belarus drakonische Strafen verhängt, bis hin zur Konfiszierung des Fahrzeugs.

Tanken

Belarus verfügt über ein dichtes Netz an Tankstellen, und es werden immer mehr gebaut. Nur auf „einsamen“ Strecken sollte man dafür sorgen, dass immer genug Sprit im Tank vorhanden ist. In Belarus gilt das Erst-Zahlen-Dann-Tanken-Prinzip. Man kann in belarussischen und russischen Rubeln sowie in Euro und in US-Dollar bezahlen, die Preise sind in allen vier Währungen angegeben. Ansonsten ist zu beachten, dass bei Benzin die Oktanzahl (80, 92, 95) angegeben wird. Wir empfehlen, westliche Automodelle mit 95er Benzin zu betanken (80er und 92er Benzin findet man ohnehin kaum noch). Die Preise liegen für Benzin bei ca. 70 Euro-Cents, für Diesel sind sie unwesentlich höher. Im Übrigen sind die Preise aufgrund eines staatlichen Monopols auf Erdölerzeugnisse im ganzen Lande an allen Tankstellen gleich – Preisvergleiche an der Tankstelle lohnen sich also nicht! Elektroautos können in Belarus nicht aufgeladen werden.
Darüber hinaus kann man an den meisten Tankstellen Kaffee, Tee, Getränke und kleine Snacks kaufen, im Gegensatz zu Deutschland zu moderaten Preisen.
28-06-2015
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